Landkreis Südböhmen

1. 4. 2014 | Quelle: BusinessInfo.cz

Der Südböhmische Landkreis befindet sich an der Grenze mit Österreich und Deutschland, infolgedessen es sich um einen hervorragenden Standort für Gesellschaften handelt, die ihre Kunden in diesen zwei Nachbarländern haben.

Geographie

Den überwiegenden Teil der Landkreisgrenze bildet die Grenze mit Österreich und Deutschland (323 km). Der Landkreis grenzt ebenfalls an die Landkreise Plzeň, Mittelböhmen, Südmähren und Vysočina. Dessen Grenzlage stellt günstige Bedingungen für effiziente grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Produktion, Dienstleistungen und des Fremdenverkehrs dar.

Der Landkreis breitet sich auf einem Gebiet mit der Fläche 10 057 km2 aus, was 12,8 % des Gebiets der Tschechischen Republik darstellt. Die Wälder bedecken ein Drittel der Region und Wasserflächen 4 % des Gebiets. Die durchschnittliche Meereshöhe im Landkreis erreicht 400 bis 600 m, was eher erschwerte Klimabedingungen bedeutet. Der höchste Berg des Landkreises ist Plechý (1 378 m) im Böhmerwald, der niedrigste Punkt (330 m) ist die Wasserfläche der Talsperre Orlík im Bezirk Písek.

Wirtschaft

Südböhmen ist eine traditionelle landwirtschaftliche Region. Die Pflanzenproduktion ist auf Getreide, Ölfrüchte und Futterpflanzen orientiert, wobei die Hauptrolle Kartoffelproduktion spielt. Die Fleischproduktion ist auf die Rinder- und Schweinezucht orientiert. In der Region entstehen rund 11 % der Landwirtschaftsproduktion der Tschechischen Republik. Eine lange Tradition hat in der Region Fischzucht in den vielen hiesigen Teichen, die insgesamt etwa 25 000 Hektar bedecken, in denen insgesamt eine Hälfte der ganzen Fischproduktion der Tschechischen Republik sichergestellt wird. Von Bedeutung ist auch der Anteil des Landkreises an der Produktion der Wasservögel (Enten und Gänse).

Zu den wichtigsten Industriebereichen gehört auch die Holz- und Papierverarbeitung, Druck und Textilindustrie. Eine zunehmend wichtige Rolle beginnen auch Maschinenbau, Automobil- und Lebensmittelindustrie zu spielen. Das Bauwesen ist auf Neubauten, Modernisierung und Rekonstruktionen in der Region orientiert, wobei die Bauproduktion in der Region rund 4 % des Landesvolumens darstellt. Die Industrieproduktion ist vor allem im Ballungszentrum České Budějovice (Budweiß) konzentriert; ein bedeutender Anteil der Industrie wird auch in den Bezirken Tábor und Strakonice angegeben. Der Anteil des Landkreises am Handel der Industriebetriebe erreicht rund 5 % des Gesamtvolumens der Tschechischen Republik.

Der Südböhmische Landkreis hatte im Jahre 2012 den siebenten höchsten Anteil am BIP der Tschechischen Republik pro Einwohner.

Die Straßen der ersten Ordnung E55 und E49 ermöglichen direkten Anschluss an die österreichschen und deutschen Autobahnen. Zurzeit ist eine neue Autobahn in Planung, die Prag mit Österreich verbinden und den ganzen Landkreis durchqueren soll, wobei bereits einige kurze Strecken gebaut worden sind.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Im Laufe der letzten Jahre haben sich etlichen Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit entwickelt. Die Euroregion Böhmerwald/Mühlviertel schließt ein Gebiet mit der Gesamtfläche 16 000 km2 mit 1,3 Mio. Einwohnern ein. Sie vereint 11 österreichische, 107 bayrische und 124 tschechische Gemeinden, von denen sich 88 Gemeinden auf dem Gebiet des Südböhmischen Landkreises befinden. Bei den im Rahmen der Zusammenarbeit realisierten Projekten handelt es sich vor allem um die Bereiche Verkehr, Dienstleistungen und Fremdenverkehr und um den gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

Die Euroregion „Silva Nortica“ schließt Gebiete der Bezirke Jindřichův Hradec, České Budějovice, Písek und Tábor ein. Die Euroregion hat die Fläche 10 639 km2, auf denen nahezu 0,7 Mio. Einwohner leben. Das Ziel der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist gemeinsame Präsentation der Region, der Austausch von Informationen und Erfahrungen, Entwicklung des Fremdenverkehrs, usw. Der Euroregion gehören nahezu 40 Gemeinden des Südböhmischen Landkreises mit mehr als 260 000 Einwohnern an.

Menschliche Ressourcen

Nicht einmal die Tatsachen, wie die niedrigere Bevölkerungsdichte im Landkreis, niedrige Arbeitslosigkeit und der eher ländliche Charakter haben ausländische Gesellschaften vor Investitionen im Landkreis zurückgehalten. Vor allem kleinere bis mittelgroße Investoren haben hier kein Problem, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden.

Neben der Südböhmischen Universität in České Budějovice, die das Studium von Human- und Sozialwissenschaften, Management und biologischen Wissenschaften anbietet, befinden sich im Landkreis viele höhere und mittlere Fachschulen und Zentren für Spezialausbildung.

Fremdenverkehr

Der Südböhmische Landkreis wird zu einem wichtigen touristischen Zentrum und Erholungszentrum. Das Fremdenverkehrgewerbe war in den letzten Jahren der am schnellsten wachsende Industriebereich in der Region.

Die historischen Zentren folgender Städte wurden zu denkmalgeschützten Zonen erklärt. České Budějovice, Český Krumlov (in der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen), Jindřichův Hradec, Prachatice, Slavonice, Tábor und Třeboň. In der Region befinden sich viele historische Gebäude und Denkmälter, z. B. die Burg Český Krumlov, Jindřichův Hradec, Zvíkov bzw. die Schlösser Hluboká nad Vltavou, Orlík, Blatná, Červená Lhota. Ein wichtiger Bestandteil des nationalen Erbes ist die Volksarchitektur, insbesondere der als "Bauernbarock" genannte Stil, dessen strahlendes Beispiel die Gemeinde Holašovice im Bezirk České Budějovice ist, die im Jahre 1998 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen wurde. Zu den interessantesten Kulturobjekten gehört das Südböhmische Theater, die Südböhmische Mikoláš-Aleš-Galerie oder das Freilichttheater mit dem drehbaren Zuschauerbereich in Český Krumlov (Böhmisch Krumau).

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