Landkreis Südmähren

1. 4. 2014 | Quelle: BusinessInfo.cz

Der Südmährische Landkreis grenzt an Österreich und die Slowakei und ist eine hervorragende Lokalität für Gesellschaften, die in die Slowakei, nach Ungarn und Südosteuropa oder Österreich, Italien und weitere Länder der EU exportieren wollen. Südmähren hat ebenfalls das Potential, zum Zentrum der Spitzentechnologien der ganzen Tschechischen Republik zu werden.

Der Landkreis Südmähren liegt im südöstlichen Teil der Tschechischen Republik, an der österreichischen und slowakischen Grenze. Das Verwaltungszentrum des Landkreises - Brno (Brünn) ist die zweitgrößte Stadt der Tschechischen Republik und ist eine wichtige Stadt für das Gerichtswesen, es ist eine Universitätsstadt und ein mitteleuropäisches Messezentrum mit einer langen Tradition der Veranstaltung von Messen, die jedes Jahr mehr als 1 Mio. Besucher aus der ganzen Welt anlocken.

Mit der Fläche 719 555 Hektar und der Einwohnerzahl nahezu 1 170 000 nimmt der Landkreis den vierten Platz in der Tschechischen Republik ein. Die Lage ist aus geographischer Sicht verhältnismäßig günstig, denn der Landkreis befindet sich auf der historischen Verbindungslinie Süd- und Nordeuropas. Im Rahmen der EU sind als Nachbarn die Slowakei und Österreich da und im Rahmen der Tschechischen Republik grenzt der Landkreis an die Landkreise Südböhmen, Pardubice, Olomouc, Zlín und Vysočina.

Wirtschaft

Der Südmährische Landkreis hat ein großes Wirtschaftspotential. Traditionelle Industriebereiche der Region sind Maschinenbau und verarbeitende Industrie, jedoch die Ansiedlung ausländischer Technologiefirmen mit neuen Technologien ändern das Wirtschaftsprofil der Region. Der Maschinenbau ist nach wie vor der wichtigste Sektor, mit einer bedeutenden Maschinenproduktion für das Energiewesen, Landwirtschaftsmaschinen usw. Zu weiteren wichtigen Industriebereichen gehören Elektrotechnik (einschl. der Herstellung von Messinstrumenten und medizinischen Einrichtungen), Lebensmittelindustrie, Textil- und Kleidungsindustrie und polygraphische Industrie.

Vor allem in den letzten Jahren ist die Unternehmenszahl im Bereich der Computertechnik, Telekommunikationen, Softwareentwicklung und weiteren Spitzentechnologiebereichten erheblich gestiegen.
Der Landkreis Südmähren bietet erhebliche Unterstützung bei der Entwicklung technologischer und biotechnologischer Brutkästen für neue Firmen an. Das überdurchschnittliche Bildungsniveau der Einwohner des Kreises ist ebenfalls das Ergebnis einer höheren Qualität des Ausbildungssystems.

Die Landwirtschaft im Landkreis Südmähren ist ebenfalls auf einem hohen Niveau. 60 % der Fläche stellt landwirtschaftlicher Boden dar, wovon 83 % Ackerland ist. Eine südmährische Spezialität ist vor allem der Weinbau auf europäischem Standard; es befinden sich hier mehr als 80 % der Weinbergfläche der tschechischen Republik. In der Region sind viele kleine Weinproduzenten und Weinkeller zu finden. Eine langjährige Tradition hat hier ebenfalls der Anbau von Obst und Gemüse. Der Norden der Region ist ein wichtiges Gebiet für die Forstwirtschaft und Holzproduktion.

Als die zweitgrößte Stadt des Landes beeinflusst Brno die Wirtschaft der ganzen Region. Brno mit Umgebung wurde in der letzten zeit zum Ziel einiger ausländischer Elektronikfirmen, die nun in diese Region ihre Lieferanten anziehen. Die südlichen Teile des Landkreises haben gut entwickelte Landwirtschaft und sind mit der Weinproduktion wohlbekannt.

Der Tschechische Technologiepark in Brno war der erste High-Tech-Park im Lande und hat eine Vielzahl von Investoren angelockt, einschl. IBM und Silicon Graphics. Nach einer neulichen Studie bietet Brno die besten Bedingungen für Firmen, die auf dem Gebiet der entwickelten Technologien und Elektronik agieren. Auf dem Messegelände Brno finden jedes Jahr viele internationale und lokale Messen statt und auf dem Gelände befindet sich ebenfalls der Sitz des Handelszentrums und des Unternehmens- und Innovationszentrums.

Verkehr

Die Region hat eine hervorragende Verkehrsverbindung und strategische Lage auf der Kreuzung der transeuropäischen Fernstraßen- und Eisenbahnstrecken, bei denen es sich um wichtige Verkehrsverbindungen handelt, die Westeuropa mit dem Osten, Norden und Süden verbinden. Der Flughafen Brno hat internationale Bedeutung und fertigt Personenflüge und Charter-Frachtflüge ab. Die Flughafen Wien und Prag sind rund zwei Fahrstunden von Brno entfernt und bieten somit eine Alternative sowohl für die Reisenden, als auch für den Frachtverkehr. Die Autobahn D1 von Prag teilt sich in Brno in zwei Richtungen: nach Südosten nach Bratislava, Ungarn und in die Slowakei und gen Norden nach Olomouc (Olmütz) und Ostrava (Mährisch Ostrau). In Brno begegnen sich zwei europäische Eisenbahnstrecken: die Strecke Berlin-Prag-Wien und die Strecke Warschau-Ostrava-Wien.

Kultur

Südmähren gehört mit zahlreichen Attraktionen zu den wichtigsten Bestimmungsorten des Fremdenverkehrs in der Tschechischen Republik. Südmähren ist eine Region mit tiefen kulturellen und historischen Wurzeln und vielen bedeutenden architektonischen Denkmälern in allen Baustilen. Zwei von ihnen, die Villa Tugendhat in Brno und das Areal Lednice-Valtice wurden in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen. Die UNESCO schützt ebenfalls zwei biosphärische Reservationen in der Region Dolní Morava (Untere March) (die das Landschaftsschutzgebiet Pálava, Areal Lednice-Valtice und Gebiete am Zusammenfluss der Flüsse Dyje (Thaya) und Morava (March) einschließt und das Gebirge Bílé Karpaty (Weiße Karpaten).

Das Flussgebiet der Taya ist einer von den vier Nationalparks in der Tschechischen Republik. Das Landschaftsschutzgebiet Moravský kras (Mährischer Karst) bietet den Besuchern weitläufige Tropfsteinhöhlensysteme und die Schlucht Macocha. Weltberühmt ist ebenfalls die Stadt Slavkov - Austerlitz, wo die Schlacht der drei Kaiser ausgefochten wurde. Die Mammutjäger haben hier bei der Dämmerung der menschlichen Geschichte ihre Spuren hinterlassen. Die berühmteste archäologische Lokalität befindet sich in Dolní Věstonice, woher die weltberühmte Venusstatue stammt. Weitere archäoligische Fundstätten (zum Beispiel Mikulčice und Pohansko) zeugen vom Ruhm und Reichtum des Großmährischen Reichs.

Neben den Kultursehenswürdigkeiten und Naturschönheiten werden die Touristen auch von den lebenden Traditionen, der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Einwohner nach Südmähren gelockt. Die Folklore, einschließlich Musik, Tanz, Sprache, Volkstrachten, angewandte Kunst und Handwerk sind nicht nur Touristenattraktionen, sondern ein tatsächlicher Bestandteil des Lebens der Region. Von der Bedeutung dieses Erbes zeugt die Aufnahme des männlichen Solo-Tanzes "Verbuňk" (Werbung) in die Liste des nichtmateriellen Kulturerbes der UNESCO. Die Radwege in der Region einschließlich der beliebten "Weinstrecken" bieten eine einzigartige Art der Erkundung des Südmährischen Landkreises. Liebhaber starker Motoren werden von den Automobil- und Motorradrennen auf dem Masaryk-Kreis angelockt, einschließlich des jährlichen Wettrennens im Kalender der Motorrad-Weltmeisterschaf

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Historische und kulturelle Bindungen der Region Weinviertel, Südmähren und Westslowakei (Záhorie) führten zur Gründung der Euroregion Weinviertel-Pomoraví-Záhorie. Diese Form der internationalen Zusammenarbeit wurde im Jahre 1997 gegründet und verbindet 270 Gemeinden mit mehr als einer Million Einwohnern. Zu den Hauptaufgaben der kommunalen und regionalen Zusammenarbeit gehören gemeinsame Fundamente der Wirtschaftszentren, Förderung des Winzer-Tourismus, Naturschutz in den grenznahen Naturparks, biosphärische Reservationen und gemeinsame Projekte im Bereich der Bildung und des Arbeitsmarktes. 

Menschliche Ressourcen

Südmähren ist der drittgrößte Landkreis bezogen auf die Bevölkerungszahl. Das Ballungsgebiet Brno hat knapp 400 Tsd. Einwohner. Die Arbeitslosigkeit in den nördlichen Teilen der Region liegt dicht unter dem landesweiten Durchschnitt, indem in den südlichen Bezirken höhere Arbeitslosigkeit herrscht. In Bezug auf die verhältnismäßig große Bevölkerungsdichte und die gut ausgebaute Verkehrsstruktur ist die Beschaffung von Arbeitskräften kein Thema.

Brno ist unmittelbar nach Prag das größte und wichtigste Bildungszentrum in der Tschechischen Republik. Die Masaryk-Universität hat Fakultäten der Informatik, Rechtswissenschaften, Ökonomie, Naturwissenschaften und weitere. Eines sehr guten Rufs erfreut sich die Technische Universität Brno (mit Fakultäten der Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau und weiteren). Weitere Universitäten sind die Mendel Land- und Waldwirtschaftsuniversität und die Veterinäre und pharmazeutische Universität. Vorhanden ist die Militärakademie in Brno und Vyškov. Die Region hat auch eine Vielzahl an höheren und mittleren Fachschulen und Zentren für Spezielle Ausbildung. Brno ist der Sitz von 17 Forschungsanstalten der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik. Aufgrund der guten Verfügbarkeit von Arbeitskräften, guten Infrastruktur und dem Vorhandensein der Hochschulen ist Südmähren ein potentiales Zentrum der hoch entwickelten Technologien im Lande.

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