Landkreis Vysočina

1. 4. 2014 | Quelle: BusinessInfo.cz

Der Landkreis Vysočina hat eine hervorragende geographische Lage im Zentrum der Tschechischen Republik, auf halbem Weg zwischen den zwei größten Ballungsgebieten der Tschechischen Republik - Prag und Brno (Brünn).

Geographie

Der Landkreis Vysočina (Hochland) erreicht mehr als 800 m Seehöhe, wobei es sich um zwei ausgeprägte Massive handelt - Ždárské vrchy im Norden und Jihlavské vrchy im Südwesten. Die wichtigste, ehemals die Grenze zwischen Böhmen und Mähren darstellende europäische Wasserscheide, teilt das Gebiet in zwei nahezu gleiche Regionen auf. Mit der Grenze mit dem Landkreis Südmähren im Osten, Südböhmen und Mittelböhmen im Westen und mit dem Pardubice im Nordosten liegt der Landkreis im unmittelbaren Herzen der Tschechischen Republik.

Der Landkreis Vysočina liegt im Inland und dessen Grenzen berühren nicht die Staatsgrenzen der Tschechischen Republik. Dessen ungeachtet befindet sich der südliche Teil des Landkreises in der Nähe der österreichischen Grenze und aus diesem Grund wurden die Bezirke Jihlava und Třebíč in das Programm der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Phare integriert. Die Landesoberfläche bilden Berge des Böhmisch-Mährischen Hochlands. Die Region ist dank der verhältnismäßig geringen Luftverschmutzung, gesunden Wäldern, sauberen, für Versorgung und Verteilung von Wasser wichtigen Wasserquellen und Wasserflächen attraktiv.

Mit der Fläche 6 796 km2 gehört der Landkreis Vysočina zu den verhältnismäßig großen Landkreisen, nur 4 Landkreise sind größer. Der höchste Punkt des Landkreises ist der Berg Javořice im Hochland Javořická vrchovina (837 m), der niedrigste Punkt (ca. 239 m) ist der Wasserspiegel des Flusses Jihlava. Es befinden sich hier zwei geschützte Landschaftsgebiete: Ždárské vrchy und Železné hory. Die Anhöhe Melechov auf dem Gebiet des Bezirks Havlíčkův brod wird in einigen Quellen als der geographische Mittelpunkt Europas bezeichnet.

Wirtschaft

Die Wirtschaftsleitung der Region bleibt im Vergleich mit den übrigen Regionen der Tschechischen Republik unter dem Durchschnitt. Im Landkreis Vysočina wird die Tradition der Landwirtschaftsproduktion fortgesetzt. Obwohl in der Region unterdurchschnittliche Naturbedingungen vorhanden sind (die Seehöhe und die Neigung des Geländes verringern die Produktionsfähigkeit des Bodens), hat die Region geeignete Bedingungen für verschiedene landwirtschaftliche Warengruppen und Tätigkeiten, zum Beispiel die Produktion von Kartoffeln, Ölfrüchten, Viehweise. Die meisten Landwirtschaftsbetriebe sind auf eine Kombination der Pflanzen- und Viehproduktion orientiert, kleinere Produktionseinheiten der natürlichen Personen sind eher spezialisiert.

In der Region sind nahezu alle Industriebereiche vertreten, im Allgemeinen dominiert jedoch Maschinenbau, Metallverarbeitung und die Automobilindustrie. Zu weiteren Industriebereichen gehört die Holzverarbeitung, Möbelproduktion, Textil- und Kleidungsproduktion und Lebensmittelverarbeitung. Wachstum wird ebenfalls im Sektor der elektronischen Bauteile verzeichnet.

Das Straßen- und Eisenbahnnetz des Landkreises Vysočina hat sowohl aus der nationalen, als auch europaweiten Sicht strategische Bedeutung. Das Gebiet ist Bestandteil der mitteleuropäischen urbanisierten Achse (Berlin-Prag-Wien/Bratislava-Budapest). Die Autobahn D1 (im europäischen Straßennetz als E50 und E65 bezeichnet) erfüllt somit ihre Funktion sowohl im nationalen, als auch europäischen Verkehr.

Umwelt

Vysočina kann sich mit unberührter Umwelt rühmen. Die Natur sowie gute Verkehrsbedingungen in der Region haben vor allem umweltfreundliche Unternehmen angelockt. Allen neuen Investitionen liegt die Einführung von strengen Umweltnormen zu Grunde. Die Autobahn D1 (E55) kann eindeutig als der erheblichste Luftverschmutzungsfaktor in der Region bezeichnet werden; im Vergleich mit anderen Landkreisen ist die Bodenverschmutzung in Landkreis Vysočina vernachlässigbar. Die Region kann als eine, zwischen den drei urbanen Zentren - Prag, Brno und Wien - eingeklemmte Insel der Gesundheit bezeichnet werden. Das ist unter anderem der Grund, warum der Landkreis Vysočina die erste Region war, die zum Mitglied der Assoziation gesunder Städte und Regionen wurde und mit dem offiziellen Titel "Gesunde Region" tituliert wurde.

Bevölkerung

Infolge der Naturbedingungen ist die Bevölkerung des Landkreises Vysočina in mehr als siebenhundert, gegenseitig mit einem umfangreichen Straßennetz verbundenen Städten und Gemeinden zerstreut. Für die Region sind kleine Dörfer in Nähe der lokalen Zentren - in der Regel kleiner Städte mit drei- bis zehntausend Einwohnern - typisch. Es gibt hier nur vier Städte, deren Einwohnerzahl zwanzigtausend überschreitet; die Kreisstadt Jihlava hat über fünfzigtausend Einwohner. Das sich erhöhende Lebensniveau und die Mobilität lassen erwarten, die diese Situation zu einem Vorteil wird. Menschen im Landkreis Vysočina können Vorteile des Wohnens im Grünen nutzen und haben zugleich leichten Zugang zu modernen Einrichtungen, die ihnen die örtlichen Stadtzentren anbieten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landkreises kann die Kreisstadt innerhalb von dreißig Minuten erreichen.

Es ist einfach, Arbeitskräfte zu finden, denn die meisten Menschen sind es gewohnt, täglich zur Arbeit zu fahren und das Verkehrsnetz ist gut ausgebaut. Qualifizierte Arbeitskraft ist für die meisten Bereiche der verarbeitenden Industrie vorhanden, denn die Industrie hat in der Region eine umfangreiche und langjährige Tradition und jede Stadt hat ihr Produktionswerk bzw. ihre Werkstatt. Im Landkreis gibt es zahlreiche höhere Fachschulen, mittlere Fachschulen und Zentren der speziellen Bildung

Kultur und Fremdenverkehr

In der Region finden interessante Kulturveranstaltung mit nationalem bzw. sogar internationalem Charakter statt, wie zum Beispiel das Treffen der Sängerchore aus der ganzen Welt in Jihlava (Iglau), in Begleitung des Internationen Chorwettbewerb bzw. des Internationalen Dokumentarfilmfestivals. Ein wichtiger Veranstalter des Kulturgeschehens ist die Stadt Telč. Neben dem Festival Ferien in Telč, sind hier auch weitere Events zu Gast, wie zum Beispiel das Europäische Treffen der Folklorechore.

Drei historische Gebäude und Denkmäler in der Region sind in der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen: die Städtische Denkmalreservation Telč, die Kirche des Hlg. Johannes von Nepomuk nach dem Entwurf des Architekten Giovanni Santini auf dem Berg Zelená Hora unweit der Stadt Žďár nad Sázavou und das ehemalige jüdische Ghetto mit dem Friedhof und der Kirche des Hlg. Prokop in Třebíč. Die Zukunft des Fremdenverkehrs und der Touristik als solcher wird im Landkreis Vysočina gewiss der Stadttouristik und Formen der ruhigen und umweltfreundlichen Bewegungstouristik gehören. Das wird dank dem dichten Netz der markierten Wanderwege (2 900 km), dem Ausbau der Radwege oder den sich nach und nach entwickelnden Farmen mit Unterkunft möglich sein.

Die diese zwei Städte verbindende Autobahn D1 durchquert die Region gemeinsam mit weiteren Kommunikationen - wie zum Beispiel die Straße der ersten Ordnung E59, die Jihlava mit Österreich verbindet - und einfachen Zugang zu allen Teilen der Tschechischen Republik ermöglicht.

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