Mährisch-Schlesischer Landkreis

1. 4. 2014 | Quelle: BusinessInfo.cz

Der Landkreis liegt im östlichsten Teil der Tschechischen Republik und bietet einen hervorragenden Zugang zu den Industriegebieten in Südpolen und im östlichen Teil der Tschechischen Republik.

Geographie

Der Mährisch-Schlesische Landkreis liegt im östlichsten Teil der Tschechischen Republik, rund 300 km von Prag entfernt. Der Flug dauert lediglich eine Stunde, die Reise mit dem Zug 3 Stunden und mit dem Auto 4 Stunden. Der Landkreis befindet sich nahezu inmitten Europas, im Dreiländereck - der Tschechischen Republik, Polen und der Slowakei.

Die westlichen, östlichen und zum Teil auch südlichen Teile des Landkreises sind gebirgig. Die westliche Grenze des Landkreises bildet das Gebirge Hrubý Jeseník (Altvatergebirge) mit dem höchsten berg Praděd (Altvater) (1492 m). Beskydy (Beskiden) mit den höchsten Gipfeln Lysá (Kahlberg) (1 323 m) und Radhošť (1 129 m) stellen im Südosten und Osten eine natürliche Grenze mit Polen und der Slowakei dar. Der südwestliche Teil des Landkreises besteht aus den nahezu unberührten Regionen Nízký Jeseník und Oderské vrchy. Im Landkreis sind auch Niederungen vorhanden, insbesondere im südlichsten Teil Schlesiens.

Wirtschaft

Der Mährisch-Schlesische Landkreis ist eins von den am stärksten industrialisierten Gebieten in der Tschechischen Republik, mit umfangreichen Aktivitäten in den Bereichen Bergbau, Metallurgie, Stahl- und Erdölverarbeitung und Unternhmensaktivitäten im Bereich Schwerindustrie. Zahlreiche ausländische Investoren haben im Landkreis ihre Produktionswerke errichtet, in denen sie die hier vorhandenen qualifizierten Arbeitskräfte nutzen. Der Landkreis litt in der Vergangenheit an erheblicher Luftverschmutzung. Umfangreiche Programme für die Verbesserung der Luftqualität haben in den letzten Jahren zu einer wesentlichen Verbesserung geführt, die Lage ist jedoch nach wie vor nicht zufrieden stellend. Neben der Schwerindustrie erfolgt ein ständiger Ausbau der pharmazeutischen Industrie, Lebensmittelindustrie, Baumaterialproduktion bzw. der Automobilindustrie. Die Umstrukturierung der traditionellen Industriebereiche haben die Industriebasis in der Region in Richtung Leichtindustrie verlagert - Automobilindustrie und Metall verarbeitende Industrie und Elektrotechnik. In Ostrava (Mährisch Ostrau) wurde das Unternehmens- und Innovationszentrum und der Wissenschafts-technische Park für die Wachstumsförderung neuer Industriebereiche gegründet.

Der am stärksten industrialisierte Teil des Landkreises ist der Bezirk Ostrava-Karviná, vor allem dank den großen Rohstoffressourcen, wie zum Beispiel Steinkohle. Der Landkreis ist das nationale Metallurgiezentrum. Fast das gesamte Steinkohlevolumen im Lande stammt aus dieser Region. Zahlreiche Gesellschaften in der Region beteiligen sich an der Erzeugung und Verteilung von Elektrizität, Gas und Wasser und an der Produktion von Nutzfahrzeugen, Chemikalien, chemischen Produkten und Kunstfasern.

Ostrava – die drittgrößte Stadt in der Tschechischen Republik - ist das Handels-, Bildungs- und Kulturzentrum nicht nur für den Mährisch-Schlesischen Landkreis, sondern für den ganzen Nordosten der Tschechischen Republik. Ostrava und weitere Nachbarstädte bilden ein Ballungsgebiet mit mehr als 500 000 Einwohnern.

Verkehr

Der Mährisch-Schlesische Landkreis liegt auf der historischen Route zwischen dem Norden und Süden Europas - zwischen dem Baltischen Meer und dem Mittelmeer. Die Region hat eine strategische geographische Lage auf der Wegscheide dreier Länder - der Tschechischen Republik, Slowakei und Polen, was einen günstigen Ausgangspunkt für die Verkehrsverbindung mit Osteuropa darstellt. Den Mährisch-Schlesischen Landkreis durchqueren europäische Transitstraßen und -eisenbahnen, der Leoš-Janáček-Flughafen in Ostrava ist das Luftfahrttor zur Region.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik, Slowakei und Polen findet im Rahmen der Euroregion Beskydy (Beskiden) statt. Diese wurde im Jahre 2000 gegründet und bedeckt einige Gebiete in der Walachei, Orava und in Schlesien. Auf der tschechischen Seite besteht die Euroregion aus sieben Städte- und Gemeindegemeinschaften der früheren Bezirke Frýdek-Místek und Karviná. Die Euroregion breitet sich auf der Fläche 4 845 km2 aus und hat insgesamt 930 000 Einwohner. Die Hauptstadt der Euroregion in der Tschechischen Republik ist Frýdek-Místek. Zu den Hauptzielen dieser internationalen Gemeinschaft gehören gemeinsame, auf die Entwicklung der Region und gute Beziehungen zwischen den Einwohnern und den Institutionen orientierte Aktivitäten.

Im Jahre 1998 wurde die Euroregion Těšínské Slezsko gegründet, die sich im nordöstlichen Teil der Tschechischen Republik und im benachbarten Polen befindet. Das Gebiet der Euroregion ist durch den Bezirk Karviná und die Grenzgebiete des Bezirks Frýdek-Místek und die Schlesische Wojewodschaft abgegrenzt. Zu den Hauptaktivitäten der Euroregion gehören Entwicklung des Fremdenverkehrs, des Verkehrs, Umweltschutz, Kulturaustausch und gemeinsame Unternehmensaktivitäten, gemeinsamer Handel und Bildungs- bzw. Sportprojekte.

Im Mährisch-Schlesischen Landkreis befindet sich eine von den attraktivsten Euroregionen - die Euroregion Silesia wurde im Jahre 1998 gegründet und wurde von der Assoziation der europäischen Grenzregionen mit einer Ehrenurkunde dekoriert.

Menschliche Ressourcen

Der Mährisch-Schlesische Landkreis ist der meist bevölkerte Landkreis der Tschechischen Republik (nahezu 1 230 000 Einwohner) und gehört zu den Landkreisen mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Fast 50 % der Bevölkerung lebt in großen Städten. Die Arbeitskraft in der Region ist dank der langjährigen und umfangreichen industriellen Tradition und dem guten Ausbilddungssystem hoch qualifiziert. Die Technische Universität Ostrava - VŠB knüpft an die Tätigkeit der Bergbauschule an und die Universität integriert zum Beispiel die Fakultät für Elektrotechnik und Informatik, u. a. An der Universität Ostrava werden Human- und Sozialwissenschaften, ebenso wie Naturwissenschaften unterrichtet. Die Schlesische Universität in Opava ist auf Betriebsmanagement, Kunst und Wissenschaften (einschl. Computerwissenschaften und Physik) spezialisiert.

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