Prag

1. 4. 2014 | Quelle: BusinessInfo.cz

Die Hauptstadt Prag ist das wichtigste Handelszentrum der Tschechischen Republik. Es leben hier mehr als 10 Prozent der Landesbevölkerung und die Wirtschaft der Stadt entspricht 20 % des tschechischen Bruttoinlandsprodukts.

Prag ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik. Es handelt sich um das natürliche Zentrum des politischen Geschehens, der internationalen Beziehungen, Kultur und Wirtschaft. Im Rahmen der EU wird die Stadt Prag als eine von den attraktivsten historischen Städten Europas betrachtet. Seit dem Jahre 1992 ist das Prager historische Zentrum in der Liste des Kulturerbes der UNESCO eingetragen. Alle Aspekte spiegeln sich im spezifischen Charakter und in der Position von Prag unter den übrigen Regionen unserer Republik wider.

Geografie

Die Hauptstadt Prag ist die größte Stadt der Tschechischen Republik. Sie breitet sich auf der Fläche 496 km2 (d.h. 0,6 % des Gebiets der Republik) aus. Was es die Einwohnerzahl 1 244 375 zum 1. 9. 2013 betrifft, repräsentiert sie jedoch 11,8 % der Landesbevölkerung. Prag dominiert also wesentlich der Siedlungsstruktur der Tschechischen Republik, indem die zweitgrößte Stadt Brno ein Drittel der Einwohner hat.

Prag breitet sich im mittleren Teil des Böhmischen Hochlands aus, vor allem auf dem Gebiet des Systems Poberounská soustava. Ein kleinerer Teil der Stadt im Nordosten ist Bestandteil der Formation Böhmische Tafel. Aus geomorphologischer Sicht besteht hier ein Plateau mit erhöhten Gebieten auf einer Seite, im Gegensatz zu den scharfen Tälern des Flusses Vltava (Moldau) und dessen Zuflüssen auf den anderen Seite. Die am meisten gegliederte Landschaft breitet sich am linken Flussufer aus. Der höchste Punkt ist die flache Landschaft südöstlich von Zličín (399 m ü. M.), indem der tiefste Punkt der Moldauspiegel am Nordrand der Stadt im Stadtteil Suchdol ist, wo der Fluss das Gebiet Prags verlässt (177 m ü. M). Der maximale Höhenunterschied überschreitet daher auf einem verhältnismäßig kleinem Gebiet 200 Meter.

Prag kann aus geographischer Sicht als ein gewisser Mittelpunkt Europas angesehen werden. Die Stadt liegt nahezu im Zentrum des Kontinents, mit der Luftlinie in etwa derselben Entfernung von drei Meeren: dem Baltischen Meer 365 km, der Nordsee 495 km und der Adria 490 km.

Verkehrswesen

Prag ist der Mittelpunkt aller Autobahnstrecken. Vor der Aufteilung der ehemaligen Tschechoslowakei wurde die erste Autobahn D1 gebaut, die Prag mit Brno und Bratislava verbindet. In Bau befindet sich die Autobahn D8 Prag - Dresden - Berlin und es werden auch weitere Autobahnverbindungen geplant. Die hohe Dichte des Automobilverkehrs in den zentralen Stadtbereichen ist eine Folge des Nichtvorhandenseins von Stadtkreisen um Prag und insbesondere in der Innenstadt. Von den geplanten zwei Stadtkreisen ist es bislang gelungen, lediglich Teilsegmente zu bauen. Derzeit ist der Abschnitt des Stadtkreises Myslbekova - Pelc Tyrolka, genannt Blanka, im Bau, der im Jahre 2007 aufgenommen wurde und im Jahre 2011 in Betrieb genommen wird. Mitte September 2011 wurde der Südabschnitt des Prager Rings fertig gestellt.

Prag ist auch ein wichtiger internationaler Eisenbahnknoten. Der Schwerpunkt wird auf die Entwicklung des Eisenbahnverkehrs auf europäischem Niveau gelegt (zum Beispiel die Züge Eurocity) bei gleichzeitiger Dämpfung des Verkehrs auf weniger befahrenen Strecken. Es wird der Umbau der wichtigsten Korridore für den Betrieb von Expresszügen vorbereitet, der hohen Reisekomfort auf langen, insbesondere internationalen Strecken sicherstellen soll. Züge, die stadtnahe Gebiete versorgen, sind in den Prager integrierten Verkehr integriert. Die wichtigsten Bauarbeiten an der sog. "Neuen Verbindung", die den Hauptbahnhof und den Masaryk-Bahnhof auf einer Seite und Libeň, Vysočany und Holešovice auf der anderen Seite verbinden soll, wurden fertig gestellt.

Der Personen- sowie Frachtluftverkehr wird in Prag vor allem auf dem Václav Havel Flughafen betrieben. Im Jahre 2012 wurden hier 10 807 890 Reisende abgefertigt. Im Januar wurde das neue Terminal Nord 2 eröffnet, in das alle Flüge in Länder des Schengen-Raums umdisponiert wurden. Für den Prager Flughafen ist u. a. eben die Entwicklung des Fernverkehrs wichtig, dank dem Fernverkehr steigt nämlich die Zahl der Reisenden, die die tschechische Metropole als Umsteigestation für den Flug zu einem entfernten Bestimmungsort nutzen. Der Flughafen Prag bereitet zusätzlich vor: Im Jahre 2011 erwarb der Betreiber des Václav Havel Flughafens vom Umweltministerium der Tschechischen Republik ein positives Gutachten zur Studie der Auswirkungen auf die Umwelt EIA zum Vorhaben, den Flughafen um eine neue parallele Bahn zu erweitern. Derzeit läuft eine Ausschreibung in Bezug auf den Hersteller der Dokumentation für das Gebietsverfahren und die anschließende Baugenehmigung. Entsprechend dem aktuell gültigen Zeitplan rechnet der Flughafen damit, dass die neue Bahn in den Jahren 2018 und 2018 in Betrieb gesetzt werden sollte.

Prag hat einen verhältnismäßig gut funktionierenden öffentliches Stadtverkehr mit einem nahezu 60 km langen U-Bahnsystem und einem 142 km langen Straßenbahnnetz. Die Fahrzeuge des öffentlichen Stadtverkehrs werden im Jahr von mehr als 1 Milliarde Reisenden benutzt und legen 1 650 Mio. Kilometer zurück. Der dringende Bedarf, den öffentlichen Verkehr für die Reisenden attraktiver zu machen, hat bei der allmählichen Entstehung des Prager integrierten Verkehrssystems geholfen. Dieses wird derzeit bis in die Entfernung von 35 km hinter die Stadtgrenze betrieben worin auch ein bedeutender Teil der Mittelböhmischen Region (rund 240 Gemeinden) eingeschlossen sind. Trotz der Fertigstellung bedeutender Investitionen ist der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere zur Entlastung des durch den Verkehr überlasteten Zentrums, nach wie vor eine Aufgabe mit hoher Priorität.

Wirtschaft

Aus wirtschaftlicher Sicht hat die Hauptstadt Prag eine durchaus privilegierte Position im Rahmen der Tschechischen Republik. Sie ist sowohl das Wirtschaftszentrum des Staats, als auch das Vermittlungszentrum der internationalen Wirtschaftsbeziehungen landesweit. Es ist ebenfalls der Sitz der meisten Finanzanstalten und ausländischen Firmen. Das alles hat einen grundsätzlichen Einfluss auf die Wirtschaft der Stadt, deren wirtschaftliche Leistung stabil nahezu ein Viertel des nationalen Bruttoinlandprodukts darstellt. Die privilegierte Position Prags ist ebenfalls durch die Interesse der Investoren an dieser Region gegeben, die das Eingangstor zum Raum der mittel- und osteuropäischen Märkte darstellt.

Die in BIP in laufenden Preisen dargestellte Wirtschaft der Region verzeichnet nachhaltiges Wachstum. Das zwischenjährliche Wachstum seit 2001 bewegt sich in Prag im Bereich des landesweiten Mittelwerts u. zw. auch nach dem Eintritt der Tschechischen Republik in die EU im Jahre 2004, der eine positive Auswirkung auf die Wirtschaft des ganzen Landes aufgrund der Verbesserung der Geschäftsbedingungen mit den EU-Ländern hatte. Das auf 1 Einwohner umgerechnete BIP von Prag überschreitet dauerhaft den Wert der Tschechischen Republik sowie den Mittelwert der ganzen EU. Ein höheres BIP-Niveau ist für Metropolen typisch. Das wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst: höheres Lohnniveau, Standort, Eintragung der Sitze von Wirtschaftssubjekten in der Stadt, Anwesenheit ausländischer Zweigstellen internationaler Gesellschaften, Konzentration der zentralen Behörden des öffentlichen sowie privaten Sektors. Dieses Phänomen hängt mit den Ballungseffekten zusammen, die sich auf die Firmenkostenreduzierung dank der Konzentration verschiedener wirtschaftlicher und unterstützender Aktivitäten auswirken.

Die grundlegende wirtschaftliche strukturelle Umgestaltung hat sich in den Änderungen in der Branchenstruktur der Prager Wirtschaft widerspiegelt. Ein charakteristisches Entwicklungsmerkmal der Prager Wirtschaftsbasis ist die Stärkung der Dienstleistungsbasis und Anteilsverringerung des Produktionssektors. Der Dienstleistungssektor repräsentiert derzeit in Prag mehr als 80 % des hinzugefügten Werts. Ebenfalls die Beschäftigungsquote überschreitet in diesem Bereich in Prag erheblich Werte aller übrigen Regionen der Tschechischen Republik. Im Jahre 2001 arbeiteten in Prag im Dienstleistungsbereich 77 % aller Beschäftigten und im Jahre 2009 waren es 80 %. Diese Vertretung der Beschäftigten im Dienstleistungsbereich ändert sich seit einer längeren Zeit nicht mehr.

Der Anteil desProduktionssektors an der Schaffung des Mehrwerts sowie an der Beschäftigung ist in Prag hingegen wesentlich niedriger, als der landesweite Mittelwert. Die Industrie hat in der Hauptstadt Prag nicht eine derart bedeutende Position, wie in anderen Regionen der Tschechischen Republik.

Die Krise wirkte sich ebenfalls auf das Bauwesen aus. Auf dem Gebiet von Prag hatten gegen Ende 2009 ihren Sitz 147 Bauunternehmen mit 50 und mehr Angestellten - das ist um 20 Unternehmen mehr, als im Jahre 2008. Die Anzahl der fertig gestellten Wohnungen und Wohnungen, deren Bau aufgenommen worden war, belegte bereits traditionell den zweiten Platz von 14 Landkreisen - unmittelbar hinter dem Landkreis Mittelböhmen.

Im Jahre 2008 wurde ein Rückgang des Wohnungsbaus verzeichnet. Indem im Jahre 2007 in Prag 9422 Wohnungen fertig gestellt wurden, verringerte sich im folgenden Jahr deren Gesamtzahl auf 5715. Im Jahre 2009 erhöhte sich zwar die Zahl der fertig gestellten Wohnungen auf 7397, dessen ungeachtet waren es im folgenden Jahr nur 6151 und im Jahre 2011 sogar nur 3480. Im Jahre 2012 verzeichneten die Statistiker ein mäßiges Wachstum auf 4024 fertig gestellte Wohnungen

Arbeitsmarkt

Prag ist der größte regionale Arbeitsmarkt in der Tschechischen Republik. Arbeitsplätze auf dem Gebiet der Hauptstadt sind nicht nur Gelegenheiten für die Einwohner der Hauptstadt, sondern auch für Bewohner der breiten Umgebung und im Prinzip aus der ganzen Tschechischen Republik. Zum 31.12.2012 waren in Prag nahezu 10 000 freie Arbeitsplätze zur Verfügung, wobei rund 35 000 erreichbare Anstellungsbewerber vorhanden waren. Laut der Volkszählung im Jahre 2011 waren in Prag 644 643 erwerbstätige Einwohner. Die Zahl der besetzten Arbeitsplätze in der Hauptstadt repräsentierte daher nahezu 15 % aller Arbeitsplätze in der Tschechischen Republik.

Die Arbeitskraft in Prag hat im Vergleich zu den übrigen Regionen erheblich höhere Qualifikation. Mehr als 30 Prozent der Beschäftigten haben Hochschulbildung und deren Anteil hat in den letzten Jahre regelmäßig steigende Tendenz. Ebenfalls der Durchschnittslohn erreicht in Prag wesentlich höhere Werte, als in den übrigen Regionen. Ein weiteres charakteristisches Merkmal des Prager Arbeitsmarktes ist ebenfalls die unterdurchschnittliche Arbeitslosigkeit. Der Arbeitsmarkt in Prag konnte dank der angebotenen Auswahl der Berufe fast alle im Transformationsprozess frei gewordenen sowie neuen Arbeitskräfte absorbieren. In der letzten Zeit entwickelt sich die Arbeitslosigkeit in Prag ähnlich, wie im nationalen Durchschnitt, sie hält sich jedoch nach wie vor etwa auf der Hälfte des nationalen Mittelwerts. Die Hauptstadt Prag wirkt sich ebenfalls auf die übrigen Landkreise der Tschechischen Republik aus, vor allem auf den Landkreis Mittelböhmen, indem sie hier erheblich zur Verringerung der Arbeitslosigkeit beiträgt.

Fremdenverkehr

Ein wichtiger Bereich der Wirtschaft der Hauptstadt ist der Fremdenverkehr. Die absolute Mehrheit der Besucher Prags, die Unterkunft in einer von den Unterkunftseinrichtungen gefunden haben, sind Touristen aus dem Ausland, die mehr als 90 % aller einquartierten Besucher darstellen, die häufigsten Gäste sind die Deutschen und Briten. Prag ist jedoch auch das häufigste Ziel der inländischen Dienstreisen und ein bedeutendes Zentrum für den Kongresstourismus.

Die Kapazität der Hotels - vor allem der Drei-, Vier- und Fünfsternehotels - hat steigende Tendenz. Es handelt sich um eine Reaktion auf die durch die erhöhte Nachfrage der in diesen Hotels absteigenden Touristen. Dank dem billigeren Luftverkehr dauert auch die Beliebtheit der Wochenendaufenthalte an. Die Fremdenverkehrssaison in Prag ist nicht begrenzt. Sie ist jedoch mehr auf die Sommermonate konzentriert. Die in den Prager Unterkunftseinrichtungen untergebrachten Gäste repräsentierten mehr als ein Drittel aller in diesen Einrichtungen einquartierten Gäste, wobei ausländische, in Prag untergebrachte Touristen 63 % aller, in der Tschechischen Republik untergebrachten Touristen repräsentierten.

Soziale Angelegenheiten

Prag ist das nationale Zentrum der Bildung. Es befindet sich hier die größte Zahl der Gymnasien und mittleren Fachschulen von allen Landkreisen. Durchaus außergewöhnlich ist die Position der Hauptstadt Prag in Hinsicht auf Hochschulen. An 33 Hochschulen studierten im Schuljahr 2010/2011 insgesamt 124 Tausend Studenten. Die Zahl der Studenten verringerte sich im Jahre 2011 zum ersten Mal, denn auch in den Bildungseinrichtungen widerspiegelt sich in den letzten Jahren die bisherige demographische Entwicklung. Auch die Zahl der Grundschulen und ihrer Schüler verringert sich mäßig. Die Zahlen der Mittelschulstudenten stagnieren mehr oder weniger.

In Prag befinden sich spezialisierte, oft auch forschungsorientierte Arbeitsstellen, die Patienten aus dem ganzen Land dienen. In Prag arbeitet nahezu ein Fünftel aller landesweit angestellten Ärzte. Die relativen, auf 1 000 Einwohner umgerechneten Kennwerte im Gesundheitswesen sind nachhaltig die höchsten von allen Landkreisen und überschreiten erheblich den landesweiten Mittelwert, da alle Prager Gesundheitseinrichtungen auch der Umgebung von Prag dienen und bestimmte spezialisierte Abteilungen einen landesweiten Wirkungsbereich haben. Indem es sich in den übrigen Regionen nach der Übertragung der Gesundheitseinrichtungen in den Zuständigkeitsbereich der Landkreise um private Einrichtungen handelt, arbeitet in Prag nahezu die Hälfte aller Ärzte in staatlichen Einrichtungen. Diese Erscheinung ist für Prag charakteristisch.

Position von Prag im Rahmen der Europäischen Union

Den 1. Mai 2004 wurde der Vertrag über den Beitritt der Tschechischen Republik der Europäischen Union unterzeichnet, auf dessen Grundlage die Tschechische Republik zusammen mit weiteren neun Ländern in den geopolitischen Raum Europas aufgenommen wurde. Prag belegt in Hinsicht auf die die Einwohnerzahl den fünfzehnten Platz von den 28 EU Mitgliedsländern.

Prag gehört zu bedeutenden und entwickelten Regionen u. zw. auch im Maßstab der ganzen Europäischen Union. Es ist sowohl der langzeitigen historischen Entwicklung, als auch der geographischen Lage zuzuschreiben. Prag ist ein attraktives Territorium für ausländische Investoren. Es hat sich wesentlich die Verbindungsqualität der Stadt Prag mit dem europäischen sowie weltweiten Kommunikationsnetz verbessert. In Prag ist ein stabiler und vielfältiger Arbeitsmarkt und Arbeitskräftepotential mit überdurchschnittlicher Qualifikation vorhanden. Eine wichtige Rolle spielen auch Spitzeneinrichtungen auf den Gebieten Bildung, Wissenschaft und Forschung.

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